Ninja Luxe Café Mini Plus (ES352EU) Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Die Ninja Luxe Café Mini Plus (ES352EU) ist eine halbautomatische Siebträgermaschine mit eingebautem Mahlwerk, Waage und automatischem Milchaufschäumer. Ihr größter Trumpf: Sie braucht deutlich weniger Platz als das große Schwestermodell und passt damit auch auf schmale Arbeitsplatten. Die Barista-Assist-Funktion nimmt Einsteigern die Mahlgrad-Sucherei ab, schon nach wenigen Bezügen landet ein vollmundiger Espresso mit dichter Crema in der Tasse. Café Crema gelingt ebenfalls gut, der Filterkaffee überzeugt dagegen kaum. Milchschaum ist automatisch solide und von Hand richtig gut. Einziger Nachteil im Vergleich zur großen Ninja Luxe: Kalte Spezialitäten fehlen. Ideal für Einsteiger mit wenig Platz.Vorteile
- Kompakte Größe 30% kleiner als die große Luxe
- Barista Assist Findet den Mahlgrad fast von selbst
- Sehr guter Espresso Dichte Crema, vollmundig
- Milchschaum auf Knopfdruck Einfach automatisch aufschäumen
Nachteile
- Kleiner Wassertank 1,3 l heißt öfter nachfüllen
- Kaffeemehl-Krümel Mahlwerk verteilt Pulver rundum
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Ninja Luxe Café Mini Plus im Test: Kann die kleine Luxe mit der großen mithalten?
Als die große Ninja Luxe Café vor zwei Jahren auf den Markt kam, hat sie uns begeistert: eine Siebträgermaschine mit eingebauter Mühle und smarten Assistenzfunktionen, die heute für unter 400 Euro zu haben ist. Ihr größter Nachteil war und ist ihre Größe, denn in einer kleinen Küche wirkt sie wie ein Klotz auf der Arbeitsplatte. Mit der Ninja Luxe Café Mini Plus schiebt Ninja jetzt eine Version nach, die rund 30% weniger Platz braucht und insgesamt deutlich kompakter wirkt. Wir haben die Mini Plus ausführlich getestet und dabei vor allem eine Frage im Kopf gehabt: Wie viel von dem, was die große Luxe so gut macht, steckt noch in der kleinen?
Viel Zubehör, noch mehr Anleitung: Der erste Eindruck
Schon beim Auspacken zeigt sich, dass Ninja für den aktuellen Preis von rund 500 Euro einiges an Zubehör mitliefert. Neben der Maschine selbst liegen Siebträger, Siebe, Tamper und ein Milchkännchen im Karton, dazu ein kleines Set mit Reinigungszubehör. Positiv fällt auf, dass die Einzelteile nicht in Plastik, sondern in kleinen Papiertüten verpackt sind.
Auffällig ist außerdem, wie viel Mühe sich Ninja gibt, damit wirklich jeder Einsteiger mit der Maschine zurechtkommt. Zur eigentlichen Bedienungsanleitung gesellen sich ein Quick-Start-Guide und ein kleines Rezeptbuch, das den Einstieg in die Kaffeezubereitung erleichtern soll. Wer danach noch Fragen hat, findet über einen QR-Code auf einem Aufkleber zusätzlich Erklärvideos. In der Praxis ist die Bedienung allerdings weniger kompliziert als dieser Aufwand vermuten lässt.
Kleiner, aber nicht nur abgespeckt
Neben der großen Ninja Luxe Premier fällt der Größenunterschied sofort ins Auge, die Verwandtschaft der beiden Maschinen ist aber unverkennbar. Es ist im Grunde alles etwas kleiner geraten, und im Alltag stört das an genau einer Stelle: Der Wassertank fasst nur noch 1,3 l statt 2 l, sodass man spürbar häufiger nachfüllen muss.
Die übrigen Unterschiede stecken im Detail. Die seitlichen Fächer für das Zubehör sind entfallen, dafür gibt es an den Seiten kleine Einkerbungen als Griffe, mit denen sich die Maschine leichter anheben lässt. Der Regler für den Mahlgrad sieht anders aus und arbeitet feiner: 60 statt 25 Mahlgradstufen geben mehr Spielraum, wenn man den Espresso exakt abstimmen möchte. Der Tassenständer ist nicht mehr höhenverstellbar, lässt sich aber einklappen, wenn eine größere Tasse unter den Auslauf soll.
Der Siebträger ist etwas flacher geworden, weil das große Quad-Sieb für den Filterkaffee weggefallen ist. Aus unserer Sicht ist das kein großer Verlust. Außerdem hat der Siebträger nur noch einen Auslass statt zwei, was konsequent ist, denn zwischen Mahlwerk und Dampflanze wäre bei der Mini ohnehin kein Platz für zwei Tassen nebeneinander.
Wichtiger ist ein anderer Punkt: Die Premier beherrscht Cold Brew und kalten Milchschaum, die Mini nicht. Gerade den kalten Milchschaum vermissen wir, denn der war bei der großen Luxe richtig gut. Möglich macht ihn dort ein kleiner Schneebesen im Boden des Milchkännchens, der die Milch auch ohne heißen Dampf aufschäumt. Im kleineren Kännchen der Mini fehlt dieser Mechanismus. Im Gegenzug hat die Mini Plus die verbesserte Dampflanze der Ninja Autobarista bekommen: Sie ist doppelwandig, hat vier Auslässe und einen Temperatursensor. Was das für den Milchschaum bedeutet, klären wir weiter unten.
Barista Assist: Die Maschine findet den Mahlgrad fast von selbst
Bedient wird die Mini Plus wie alle Modelle der Luxe-Serie über das Display und die Tasten an der Front. Das funktioniert weitgehend intuitiv, eine App oder einen Touchscreen gibt es nicht. Wer tiefer in die Einstellungen möchte, kommt allerdings um einen Blick ins Handbuch nicht herum.
Das eigentliche Highlight versteckt sich hinter den beiden Zahlen oben links im Display: die Barista-Assist-Funktion. Sie arbeitet genauso wie bei der großen Luxe. Anhand von Brühzeit und Druck beim Bezug berechnet die Maschine eine Empfehlung für den optimalen Mahlgrad. Man dreht dann einfach so lange am Regler an der Seite, bis die linke Zahl der rechten entspricht. In unserem Test brauchte die Maschine fünf Bezüge, bis sie sich auf einen passenden Mahlgrad eingependelt hatte. Danach musste niemand mehr an Parametern herumprobieren.
Dank der eingebauten Waage trifft die Maschine das eingestellte Bezugsverhältnis zuverlässig. Aus 18,4 g Kaffeemehl wurden bei höchster Intensität 38 g Espresso in 30 Sekunden. Das entspricht einem Verhältnis von etwa 1:2, was wir für einen Espresso als nahezu ideal ansehen. Über die Intensitätstaste lässt sich das Verhältnis in drei Stufen anpassen, je nachdem, ob man es kräftiger oder milder mag.
Geschmack: Espresso top, Filterkaffee flop
Der erste Espresso sieht schon beim Bezug vielversprechend aus: Er läuft dickflüssig wie Honig aus dem Siebträger, die Crema ist dick und dunkelbraun. Auch geschmacklich überzeugt er, vollmundig und ausgewogen, weder zu sauer noch zu bitter. Dabei haben wir nichts weiter getan, als den Empfehlungen der Barista-Assist-Funktion zu folgen. Für alle, die zum ersten Mal mit einem Siebträger arbeiten, nimmt diese Unterstützung die größte Hürde aus dem Weg.
Wer lieber einen großen schwarzen Kaffee trinkt, hat zwei Optionen: den klassischen Café Crema und eine Art Filterkaffee. Praktisch ist, dass die Maschine ihre Mahlgrad-Empfehlung an das gewählte Getränk anpasst. Beim Café Crema ging es in unserem Test hoch auf Stufe 18, beim Filterkaffee sogar auf Stufe 54, die Bohnen werden also deutlich gröber gemahlen.
Von beiden Varianten würden wir klar den Café Crema empfehlen. Er kommt mit einer schönen, dichten Crema in die Tasse und schmeckt intensiv und aromatisch. Der Filterkaffee konnte uns dagegen schon bei der großen Luxe nicht überzeugen und wird bei der Mini nicht besser. Er sieht zwar nach Filterkaffee aus, schmeckt ohne Papierfilter aber ungewohnt. Die Idee ist nett, in der Praxis würden wir aber eher zu einer einfachen Filterkaffeemaschine für 30 Euro greifen und richtigen Filterkaffee trinken.
Bei der Temperatur gibt es nichts zu bemängeln: Wir haben 80 °C beim Café Crema und 83 °C beim Filterkaffee gemessen, der Kaffee kommt also richtig heiß in die Tasse. Über die Heißwasserfunktion lassen sich zudem Americano oder einfach ein Tee zubereiten. Die Lautstärke beim Mahlen liegt bei 75 dB und damit im soliden Mittelfeld, weder besonders laut noch besonders leise.
Ein Ärgernis bleibt allerdings: Nach dem Bezug liegt überall Kaffeemehl. Oben auf der Maschine rund um das Fach für den Tamper genauso wie unten auf dem Gitter der Tropfschale, weil aus dem Mahlwerk immer ein wenig herausrieselt. Wer Wert auf eine saubere Arbeitsplatte legt, sollte das einplanen.
Milchschaum: Die Automatik ist okay, von Hand wird es richtig gut
Vor dem Milchschaum steht eine wichtige Unterscheidung, denn die Ninja Luxe Mini gibt es in zwei Varianten. Die normale Mini trägt die Modellnummer ES301EU, die von uns getestete Mini Plus die Bezeichnung ES352EU. Der entscheidende Unterschied: Nur die Plus-Version schäumt Milch automatisch auf. Wer Cappuccino und Latte Macchiato per Knopfdruck möchte, braucht also die Plus.
Das automatische Aufschäumen ist denkbar einfach: Milch ins Kännchen, unter die Dampflanze stellen, starten. Die Schaumigkeit lässt sich in drei Stufen wählen, und es gibt eine eigene Einstellung für pflanzliche Milch. Wir haben damit Cappuccino und Latte Macchiato zubereitet. Beim Cappuccino kommt zuerst der Espresso und dann die Milch in die Tasse, beim Latte Macchiato ist es umgekehrt. Geschmacklich haben uns beide Getränke überzeugt.
Ohne den Schneebesen im Boden des Kännchens gelingt der automatische Schaum allerdings nicht ganz so gut wie bei der großen Luxe. Er ist trotzdem in Ordnung und deutlich besser als bei vielen Kaffeevollautomaten. Ein Hinweis zur Temperatur: Auf der mittleren Einstellung wird der Milchschaum mit rund 73 °C etwas zu heiß, wir empfehlen daher die niedrige Stufe.
Wer mag, kann mit der Mini Plus auch von Hand aufschäumen. Weil die Dampflanze fest positioniert ist, fühlt sich das zunächst etwas ungewohnt an. Mit ein wenig Übung gelingt der manuelle Milchschaum aber nochmal deutlich besser als mit der Automatik. Der Cappuccino, der dabei herauskommt, ist geschmeidig und kann mit dem einer teuren Siebträgermaschine mithalten.
Unser Fazit: Kaufempfehlung für kleine Küchen
Zurück zur Frage vom Anfang: Kann die Ninja Luxe Café Mini Plus mit der großen Luxe Premier mithalten? Aus unserer Sicht eher nicht. Es fehlen einige der Funktionen, die uns bei der großen Variante begeistert haben, vor allem die Cold-Brew-Getränke und der kalte Milchschaum. Auch den heißen Milchschaum fanden wir bei der Premier besser.
Dazu kommt der Preis. Die Premier ist zum Zeitpunkt unseres Tests im Preisvergleich teilweise für unter 400 Euro zu haben, die Mini Plus kostet zum Marktstart 499 Euro und damit rund 100 Euro mehr. Für weniger Funktionen mehr zu bezahlen, ist zunächst schwer zu vermitteln.
Allerdings bringt die Mini einige Verbesserungen im Detail mit, die wir für sinnvoll halten: Die doppelwandige Dampflanze mit Temperatursensor und den neuen Mahlgrad-Regler, der eine feinere Abstimmung erlaubt. Und am Espresso selbst gibt es nichts zu kritisieren: Mit Barista Assist gelingt er auch ohne jede Vorerfahrung.
Das stärkste Kaufargument bleibt aber die Größe. Wem die große Ninja Luxe bisher zu klobig für die eigene Küche war, findet in der Mini Plus eine gute Alternative, vorausgesetzt, man ist bereit, auf die kalten Kaffeespezialitäten zu verzichten. Wer den Platz hat, greift besser zur Luxe Premier oder wartet ab, bis die Mini mit der Zeit noch einen Tick günstiger wird.