De’Longhi La Specialista Opera EC9555.M Test
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Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Die De’Longhi La Specialista Opera ist eine stilvolle Siebträgermaschine mit integriertem Kegelmahlwerk. Sie überzeugt mit schneller Aufheizzeit und hervorragender Espressoqualität. Die Bedienung erfordert jedoch Erfahrung, und die Reinigung ist aufwendiger. Mit ihrem robusten Edelstahl-Design ist sie ein Hingucker in der Küche. Ideal für Kaffeeliebhaber, die manuelle Kontrolle und großartigen Geschmack schätzen.Vorteile
- Sehr kurze Aufheizzeit Erreicht schnell die Betriebstemperatur.
- Hochwertige Verarbeitung Edle Edelstahloptik, robust und langlebig.
- Guter Espresso Dichter Crema, kräftiges Aroma.
- Leise im Betrieb Angenehme Geräuschentwicklung beim Mahlen.
Nachteile
- Komplexe Bedienung Erfordert Eingewöhnung und Erfahrung.
- Reinigung aufwendig Teile schwer zugänglich, zeitintensiv.
Ausführlicher Testbericht
De’Longhi La Specialista Opera im Test: Stilvoller Siebträger mit kräftigem Espresso
Siebträgermaschinen mit integriertem Mahlwerk gelten als Königsdisziplin für Kaffeeliebhaber, die Kontrolle und Komfort verbinden möchten. Die De’Longhi La Specialista Opera richtet sich genau an diese Zielgruppe. Sie verspricht hochwertige Verarbeitung, einfache Bedienung und hervorragenden Geschmack. Im Test zeigt sich, dass sie vieles richtig macht, aber auch ein paar Eigenheiten mitbringt.
Design und Verarbeitung – Edelstahl mit Charakter
Schon beim ersten Blick fällt auf, dass die Opera mit ihrer Edelstahlfront einen professionellen Eindruck hinterlässt. Die Maschine wirkt robust, elegant und durch Details wie das analoge Druckmanometer fast schon klassisch. Auf dem Küchentresen ist sie ein echter Hingucker. Die Bedienung erfolgt über fünf Tasten und zwei Drehregler, die logisch angeordnet sind und schnell ein Gefühl von Kontrolle vermitteln.
Der Wassertank befindet sich allerdings auf der Rückseite, was das Ablesen des Füllstands erschwert. Zum Glück warnt eine kleine Lampe, sobald Wasser fehlt. Weniger gelungen ist die Oberfläche, die Fingerabdrücke und feine Kratzer leicht annimmt. Wer die glänzende Optik dauerhaft erhalten möchte, sollte also regelmäßig nachpolieren.

Handhabung – praktisch, aber mit kleinen Schwächen
De’Longhi setzt auf einen integrierten Tamper, der über einen seitlichen Hebel bedient wird. Dadurch entfällt das manuelle Andrücken des Kaffeemehls, was besonders Einsteigern entgegenkommt. Das System funktioniert zuverlässig, liefert gleichmäßige Ergebnisse und sorgt für einen sauberen Arbeitsbereich. Nur gelegentlich war der Puck leicht schief, was sich aber im Alltag kaum bemerkbar macht.
Etwas umständlicher ist die Reinigung: Sowohl der Tamper als auch der Bodenbehälter sind fest verbaut, was den Zugang erschwert. Auf Dauer können sich dort Kaffeereste absetzen, die sich nur mit etwas Mühe entfernen lassen.
Mahlwerk – präzise und fein genug
Das integrierte Kegelmahlwerk mit 15 Stufen arbeitet angenehm leise und erlaubt sehr feine Einstellungen. So lassen sich auch hellere, empfindlichere Bohnen problemlos verarbeiten. Eine automatische Mahlgradempfehlung gibt es nicht, dafür hilft die analoge Druckanzeige bei der Orientierung. Ist der Druck zu niedrig, wählt man einen feineren Mahlgrad, ist er zu hoch, wird gröber gestellt. Diese Methode ist einfach, nachvollziehbar und nach kurzer Eingewöhnung sehr effektiv.

Espressoqualität – kräftig, ausgewogen und überzeugend
Im Geschmackstest liefert die La Specialista Opera hervorragende Ergebnisse. Der Espresso kommt mit dichter, dunkler Crema, ist aromatisch, vollmundig und besitzt eine feine Säure, die sich dezent im Hintergrund hält. Um das optimale Ergebnis zu erzielen, sollte die Shot-Zeit einmalig manuell programmiert werden. Wer die Doppio-Taste drei Sekunden gedrückt hält, kann den Bezug individuell stoppen. Die Maschine merkt sich diese Dauer und wiederholt sie automatisch – eine simple, aber clevere Lösung.
In dieser Einstellung liefert die Opera konstant kräftige, ausgewogene Shots, die geschmacklich über dem Niveau vieler anderer Maschinen mit integriertem Mahlwerk liegen.

Milchaufschäumen – Manuell für höchste Kontrolle
Die Opera verzichtet auf eine automatische Milchschaumfunktion und setzt auf eine klassische Dampflanze mit Cold-Touch-Isolierung. Sie bleibt während des Betriebs kühl und lässt sich direkt nach dem Aufschäumen abwischen. Der Dampfdruck ist eher moderat, was das Schäumen etwas verlängert, dafür aber auch Anfängern entgegenkommt. Mit etwas Übung entsteht cremiger Mikroschaum, der sich gut für Cappuccino oder Flat White eignet.
Weitere Getränke und Extras
Neben Espresso kann die Maschine auch Caffè Crema und Americano zubereiten. Beide Getränke lassen sich in der gewünschten Menge speichern. Der Caffè Crema schmeckt kräftig und ist angenehm heiß, der Americano ausgewogen und mild. Zusätzlich verfügt die Opera über eine Heißwasserfunktion, die sich etwa für Tee nutzen lässt.
Spannend, wenn auch eher als Bonus zu sehen, sind die beiden Cold-Funktionen. Der Cold-pressed-Espresso wird über doppelwandige Siebe zubereitet und liefert einen kräftigen, leicht bitteren Shot. Die Cold-Brewed-Funktion nutzt lauwarmes Wasser bei etwa 30 Grad und extrahiert den Kaffee in rund sechs Minuten. Das Ergebnis ist recht mild und wässrig, eignet sich aber gut als Basis für Eiskaffee oder Desserts.

Reinigung, Lautstärke und Alltagstauglichkeit
Die Reinigung der Maschine ist etwas aufwendiger, da einige Komponenten nicht herausnehmbar sind. Im Alltag hilft allerdings, dass De’Longhi Reinigungswerkzeuge und Entkalkungskugeln beilegt und die Maschine den Wasserhärtegrad automatisch erkennt. Der Betrieb ist angenehm leise: Das Mahlwerk arbeitet ruhig, die Pumpe vibriert kaum, und die Aufheizzeit liegt bei rund 40 Sekunden – schnell genug für den morgendlichen Espresso.
Fazit: Eine Siebträgermaschine für echte Kaffeeliebhaber
Mit einem Preis von rund 700 Euro positioniert sich die De’Longhi La Specialista Opera im oberen Einsteigersegment. Sie richtet sich an Kaffeeliebhaber, die bereit sind, ein wenig zu experimentieren, um das Beste aus ihren Bohnen herauszuholen. Wer Wert auf automatische Hilfen legt, findet bei anderen Marken bequemere Alternativen, doch geschmacklich spielt die Opera klar in einer höheren Liga.
Unterm Strich kombiniert sie edles Design, präzises Mahlen und hervorragenden Espresso. Die Bedienung ist einfach, erfordert aber ein wenig Aufmerksamkeit, besonders bei der Reinigung und beim Milchaufschäumen. Wer damit leben kann, bekommt eine Maschine, die geschmacklich überzeugt und mit ihrer Edelstahloptik jede Küche aufwertet.
Die De’Longhi La Specialista Opera ist keine Maschine für absolute Anfänger, aber eine ausgezeichnete Wahl für alle, die echten Espresso-Genuss mit klassischem Barista-Feeling suchen – stilvoll, solide und mit viel Charakter.
