Philips Baristina Test (BAR300/60)
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Die Philips Baristina (BAR300/60) ist eine kompakte halbautomatische Espressomaschine mit integriertem Mahlwerk, die sich durch eine besonders einfache Bedienung auszeichnet. Dank abnehmbarer Teile ist sie zudem leicht zu reinigen. Der Mahlgrad ist jedoch fest eingestellt und lässt sich nicht einstellen. Dies geht zulasten der Kaffeequalität, da keine Anpassung an die verwendeten Bohnen möglich ist. Die Maschine sieht zwar schön aus, das Plastikgehäuse wirkt aber weniger hochwertig. Diese Maschine eignet sich gut für schnelleren Kaffeegenuss in kleinen Küchen oder Büros, wo Komfort und Schnelligkeit wichtiger sind als der perfekte Espresso.Vorteile
- Einfache Bedienung Schneller Kaffee auf Knopfdruck dank innovativem Slider
- Kompakte Größe Sieht schick aus und passt gut in kleine Küchen
- Integriertes Mahlwerk Frisch gemahlene Bohnen ohne Aufwand und Kapselmüll
- Einfache Reinigung Siebträger und Tropfschale sind schnell sauber gemacht
Nachteile
- Fixer Mahlgrad Keine Anpassung des Mahlgrads möglich
- Plastikgehäuse Wirkt weniger hochwertig
- Keine Dampflanze Milchaufschäumer separat erhältlich
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Philips Baristina im Test: Kapselkomfort mit Bohnen – aber zu welchem Preis?
Mit der Philips Baristina will der Hersteller eine spannende Lücke schließen: Kaffeezubereitung so einfach wie mit einer Kapselmaschine, aber mit frisch gemahlenen Bohnen und ganz ohne Kapsel-Müll. Klingt nach der perfekten Lösung für alle, die guten Kaffee wollen, sich aber nicht mit der Komplexität einer klassischen Siebträgermaschine beschäftigen möchten. Doch funktioniert dieses Konzept wirklich? Und vor allem: Wie gut schmeckt der Kaffee am Ende? Genau das haben wir uns im Test der Philips Baristina genauer angesehen.
Schönes Design, aber viel Plastik
Optisch macht die Philips Baristina direkt einen guten Eindruck. Die Maschine ist in Grau oder Weiß erhältlich, wirkt modern, minimalistisch und angenehm aufgeräumt. Mir persönlich gefällt das Design richtig gut - es erinnert an eine kompakte Siebträgermaschine, ohne dabei klobig zu wirken. Mit ihren Maßen ist die Baristina zwar etwas größer als die meisten Kapselmaschinen, bleibt aber deutlich kompakter als klassische Kaffeevollautomaten. Damit passt sie auch problemlos in kleinere Küchen.

Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt in Ordnung. Das Gehäuse besteht überwiegend aus Kunststoff, der sich nicht besonders hochwertig anfühlt. Für einen Preis von knapp 300 Euro ist das aber noch akzeptabel - echte Premium-Haptik darf man hier allerdings nicht erwarten.
Spannend ist der Aufbau: Auf den ersten Blick sieht alles nach einer klassischen Siebträgermaschine aus. Schaut man genauer hin, erinnert der „Siebträger“ jedoch eher an eine Brühgruppe aus einem Vollautomaten. Tatsächlich ist die Baristina technisch gesehen eher ein Vollautomat im Gewand einer Siebträgermaschine.

Bedienung: Einfacher geht’s kaum
Die einfache Handhabung ist ganz klar eines der größten Verkaufsargumente der Philips Baristina. Das Prinzip ist simpel: Bohnen ins Bohnenfach füllen, Wasserbehälter befüllen und das gewünschte Getränk per Knopfdruck auswählen.
Um den Mahlvorgang zu starten, ziehst du den Siebträger seitlich nach rechts. Anschließend erledigt die Maschine alles automatisch: Nach dem Mahlen slidet der Siebträger selbstständig zurück in die Ausgangsposition und der Brühvorgang startet. Dieser Slider-Mechanismus ist nicht nur innovativ, sondern macht auch richtig Spaß anzusehen. So etwas sieht man in dieser Preisklasse selten.

Ansonsten ist die Bedienung extrem minimalistisch: Es gibt einen Knopf für Espresso, einen Knopf für Lungo (Café Crema) und einen zusätzlichen Button in der Mitte für höhere Intensität. Mehr gibt es nicht - nicht einmal eine klassische Ein-/Aus-Taste. Sobald die Maschine eingesteckt ist, ist sie betriebsbereit. Fehlbedienung? Quasi ausgeschlossen.
Allerdings hat diese Einfachheit auch ihren Preis: Fast alle wichtigen Parameter sind fix. Lediglich die Wassermenge für den Bezug lässt sich manuell anpassen. Mahlgrad, Brühtemperatur oder Durchlaufzeit kannst du nicht verändern. Und genau das ist aus unserer Sicht der entscheidende Kritikpunkt.

Espresso & Lungo im Geschmackstest
Der Espresso will in unserem Test einfach nicht richtig gelingen. Auch bei zusätzlich aktivierter Intensitäts-Taste und trotz hochwertiger Bohnen wird er eher wässrig und dünn. Auch geschmacklich bleibt der Espresso eher im Mittelfeld. Er erinnert stark an das, was man von günstigen Vollautomaten mit Werkseinstellungen kennt: trinkbar, aber ohne Tiefe und ohne besondere Aromen.

Normalerweise würde man an diesem Punkt einfach den Mahlgrad feiner einstellen, um mehr Körper und Geschmack zu bekommen. Genau das ist bei der Philips Baristina jedoch nicht möglich – und hier zeigt sich die größte Schwäche der Maschine. Der Mahlgrad ist komplett fix. Du kannst ihn weder feiner noch gröber einstellen. Damit fehlt einer der wichtigsten Stellschrauben für guten Espresso. Selbst einfache Vollautomaten bieten diese Möglichkeit und auch die gängigen Kapselsysteme berücksichtigen unterschiedliche Mahlgrade - der Kaffee in der Kapsel ist abgestimmt auf die jeweilige Kaffeesorte.
Bei der Baristina musst du stattdessen Bohnen finden, die zufällig mit dem voreingestellten Mahlgrad harmonieren. In unserem Test war das Mahlgut deutlich zu grob – eher vergleichbar mit Kaffeepulver für einen Filterkaffee als mit Espressomehl.

Beim Lungo bzw. Café Crema sieht es ähnlich aus. Die Temperatur von rund 78 °C in der Tasse ist absolut in Ordnung, geschmacklich bleibt der Kaffee aber auch hier eher blass. Der gröbere Mahlgrad passt hier zwar besser und verhindert eine Überextraktion, ist aber weiterhin suboptimal.
Positiv: Die kleine Tropfschale lässt sich entfernen, sodass auch größere Tassen problemlos unter den Auslauf passen. Die Lautstärke beim Mahlen liegt übrigens bei etwa 75 dB(A). Es gibt zwar leisere Maschinen, wirklich störend oder besonders unangenehm fanden wir das Geräusch aber nicht.

Milchaufschäumer: Extra teuer, mittelmäßiges Ergebnis
Eine integrierte Dampflanze sucht man bei der Philips Baristina vergeblich. Stattdessen bietet Philips einen separaten Milchaufschäumer an. Allerdings ist diese nicht im Lieferumfang enthalten und kostet nochmal stolze 90 Euro extra. Optisch passt er dafür perfekt zur Baristina und fügt sich schön ins Gesamtbild ein. Die Bedienung ist simpel: Milch einfüllen, Knopf drücken, fertig.

Das Aufschäumen funktioniert zuverlässig, das Ergebnis ist jedoch eher fester, grobporiger Milchschaum. Große Luftblasen sind gut erkennbar und für Latte Art ist dieser Milchschaum kaum geeignet. Was zusätzlich stört: Vergleichbare Milchaufschäumer mit ähnlichem Ergebnis gibt es bereits ab rund 50 Euro. Der Aufpreis scheint hier vor allem dem Design geschuldet zu sein. Unsere aktuellen Empfehlungen für Milchaufschäumer findest du in unserem Milchaufschäumer Test.

Reinigung & Pflege
Die Reinigung fällt erfreulich unkompliziert aus. Nach jedem Bezug musst du den Kaffeepuck aus dem Siebträger entfernen. Ein im Siebträger integrierter Auswurfmechanismus erleichtert das. Dieser funktioniert in der Praxis zuverlässig.
Die kleine Tropfschale lässt sich leicht entnehmen und per Hand reinigen. Wirklich schmutzig wird sie im Alltag ohnehin kaum. Wichtig ist lediglich, den Wasserauslass regelmäßig zu säubern, da sich dort nach jedem Bezug Kaffeereste ablagern.

Fazit: Gutes Konzept mit Schwächen
Die Philips Baristina bringt zweifellos ein frisches und interessantes Konzept in die Welt der günstigen Siebträgermaschinen. Der automatische Siebträger-Slider ist innovativ, die Bedienung extrem einfach und das Design gelungen.
Als Kapselmaschinen-Alternative mit Bohnen hat die Baristina viel Potenzial. Doch beim wichtigsten Punkt - dem Geschmack - wird dieses Potenzial leider verschenkt. Der Verzicht auf eine Mahlgradverstellung ist aus unserer Sicht ein gravierender Fehler. Gerade dieser Parameter ist entscheidend für guten Espresso. Selbst Einsteiger-Vollautomaten und Kapselsysteme berücksichtigen unterschiedliche Mahlgrade. Warum Philips hier darauf verzichtet, bleibt unverständlich.
Wer maximale Einfachheit sucht und bereit ist, geschmackliche Abstriche zu machen, könnte mit der Baristina dennoch glücklich werden. Wer jedoch Wert auf Aroma, Anpassbarkeit und konstante Qualität legt, findet in dieser Preisklasse bessere Alternativen. Ein Beispiel ist die Ninja Luxe Café Essential: Sie kostet nur rund 50 Euro mehr, bietet dafür aber einen integrierten Milchaufschäumer und hilft mit ihrer Barista-Assist-Technologie aktiv dabei, den optimalen Mahlgrad zu finden.
