Remko RKL 495 DC Mobile Split-Klimaanlage Test
Leider haben wir zu diesem Produkt aktuell keine Angebote.
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Die Remko RKL 495 DC ist eine mobile Split-Klimaanlage, die das größte Ärgernis klassischer Monoblocks elegant löst: Das laute, wärmeerzeugende Bauteil wandert über einen drei Meter langen Schlauch nach draußen, der nervige Abluftschlauch entfällt. Im Test überzeugte sie mit kräftiger, schneller Kühlleistung und einem angenehm leisen Innenbetrieb, der sogar Schlafzimmer auf 18 Grad herunterkühlt. Auch der Stromverbrauch bleibt moderat, das lästige Wassertank-Leeren entfällt komplett. Wermutstropfen sind der hohe Anschaffungspreis und die laute Außeneinheit, die in Mehrparteienhäusern stört. Ideal für Hausbesitzer mit Balkon, Terrasse oder eigenem Grundstück, die echte Kühlleistung suchen.Vorteile
- Starke Kühlleistung Kühlt schnell, kräftig und spürbar herunter
- Leise im Raum Lauter Teil steht draußen, nachts gut auszuhalten
- Kein Abluftschlauch Keine Fensterplane nötig, kein Unterdruck
- Sparsam im Betrieb Etwa eine kWh pro Stunde trotz hoher Leistung
Nachteile
- Hoher Preis Etwa vierfacher Preis üblicher Monoblocks
- Laute Außeneinheit Brummt zeitweise, stört Nachbarn im Mehrparteienhaus
Ausführlicher Testbericht
Remko RKL 495 DC im Langzeittest: Kann eine mobile Split-Klimaanlage ohne Abluftschlauch überzeugen?

Mobile Klimageräte haben einen schlechten Ruf, und das oft zu Recht: Die klassischen Monoblock-Anlagen brauchen einen dicken Abluftschlauch, erzeugen im Raum einen Unterdruck und ziehen dadurch ständig warme Luft von außen nach. Die Remko RKL 495 DC geht einen anderen Weg. Sie ist eine mobile Split-Klimaanlage, bei der das Außengerät über einen Schlauch mit dem Innenteil verbunden ist – ganz ohne klassischen Abluftschlauch und damit auch ohne den Sog, der sonst entsteht, wenn ein Gerät die Abwärme über einen Schlauch nach draußen drückt. Wir haben das Gerät ein Jahr lang im Alltag begleitet, vom ersten Sommer bis zu Außentemperaturen von rund 40 Grad. Hier ist unser Fazit.
Das Konzept: eine Klimaanlage mit Rucksack
Das Funktionsprinzip lässt sich am einfachsten mit dem Bild einer „Klimaanlage mit Rucksack“ beschreiben. Das eigentliche Klimagerät steht im Raum und kühlt die Wohnung, das Außengerät wird abgenommen und nach draußen gestellt. Beide Einheiten sind über einen etwa vier Zentimeter dicken und drei Meter langen Schlauch miteinander verbunden. Die Länge reicht in der Praxis gut aus, um das Außenteil bequem auf den Balkon oder vor das Fenster zu bringen.

Der Clou dabei: Das laute, wärmeerzeugende Bauteil wandert nach draußen, während im Innenraum nur das vergleichsweise leise Klimagerät zurückbleibt. Laut Hersteller ist das Außengerät für den dauerhaften Außeneinsatz ausgelegt und verträgt sowohl Niederschlag als auch direkte Sonneneinstrahlung problemlos. An der Rückseite des Außenteils sitzt ein kleiner Kondensat-Auslauf mit einem Stopfen, der das unkontrollierte Auslaufen verhindert. Wer das Gerät draußen betreibt, kann den Stopfen einfach offen lassen – das bisschen Kondenswasser tropft dann unauffällig ab.
Aufbau, Gewicht und Handhabung
Beide Einheiten zusammen bringen gut 50 Kilogramm auf die Waage. Das klingt nach viel, dank der Rollen lässt sich das Gerät im Alltag aber erstaunlich leicht von Raum zu Raum schieben. Im Innenteil befindet sich ein zweiter Schlauch mit einer Kappe für das Kondenswasser. Diesen sollte man in der Wohnung geschlossen halten, damit keine Tropfen auf den Boden gelangen.
Das anfallende Kondenswasser ist im Alltag unkompliziert: Da das Außengerät draußen steht, tropft das Wasser über den Auslauf an dessen Rückseite einfach ab – ein regelmäßiges Leeren eines Tanks im Innenraum entfällt damit komplett. Im gesamten Testjahr musste im Innenteil kein Wasser abgelassen werden, was den Betrieb deutlich wartungsärmer macht als bei vielen klassischen mobilen Geräten.

Wichtig ist der Hinweis, dass das Außengerät immer nach draußen muss. Dafür bleibt ein etwa vier Zentimeter breiter Spalt am Fenster oder an der Tür offen. Da die Anlage anders als ein Monoblock keinen Unterdruck erzeugt, ist dieser Spalt aber unproblematisch und muss nicht zwingend abgedichtet werden. Wer den Schlitz dennoch nicht offen haben möchte, kann nachhelfen und abdichten. Bei normalen Fenstern lässt sich das Außenteil auch auf die Fensterbank stellen. Hierfür liegen Spanngurte mit Karabinerhaken bei, mit denen das Gerät gesichert wird – eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, denn ein Absturz würde den Verbindungsschlauch zerreißen und eine größere Reparatur nach sich ziehen.
Kühlleistung: schnell und spürbar
Die Kühlleistung ist die große Stärke der Remko RKL 495 DC. Im Test kam sie in einer Altbauwohnung mit rund drei Meter hohen Decken zum Einsatz – also in Räumen mit deutlich größerem Luftvolumen, als es die reine Quadratmeterzahl vermuten lässt, und damit genau in der Umgebung, die im Sommer als besonders schwer zu kühlen gilt. Trotz dieses Mehrvolumens war es nach zwei bis drei Stunden Betrieb spürbar kühler im Raum. Mehr als zwei bis drei Stunden am Stück braucht die Anlage selbst bei extremer Hitze nicht zu laufen, um ihre Wirkung zu entfalten.

Hinzu kommt ein Effekt, der über die reine Temperatur hinausgeht: Die Anlage zieht sehr viel Feuchtigkeit aus der Luft. Dadurch fühlt sich der Raum deutlich kühler an, als es die gemessenen Werte vermuten lassen. Aus der Temperaturabsenkung wird subjektiv ein spürbar angenehmeres Raumklima. Im Test lief die Anlage sowohl im Wohnzimmer als auch im Schlafzimmer – und gerade dort zeigte sie, wozu sie fähig ist: Während einer Hitzewelle ließ sich das Schlafzimmer nachts auf 18 Grad herunterkühlen, ein Wert, von dem man in einer Altbauwohnung im Hochsommer sonst nur träumen kann. Mit 14.500 BTU ist die Anlage zudem kräftig genug, dass sich nach dem Kühlen eines Raumes die Türen zum Flur öffnen lassen und die kühle Luft auch in angrenzende Räume geleitet werden kann. Wer möchte, schiebt das mobile Gerät einfach direkt in den jeweiligen Raum.
Der Vergleich mit dem Vorgänger
Aufschlussreich ist der Vergleich mit dem Gerät, das zuvor im Einsatz war: einer AEG ChillFlex, einem Monoblock mit Abluftschlauch. Diese Anlage hat ihren Dienst durchaus schon ordentlich verrichtet und war für sich genommen kein schlechtes Gerät. Im direkten Vergleich zeigt sich aber deutlich, was die Split-Bauweise ausmacht. Die AEG war im Betrieb spürbar lauter und lieferte eine merklich schlechtere Kühlleistung als die Remko. Der Hauptgrund liegt im Prinzip des Monoblocks: Der Abluftschlauch transportiert zwar warme Luft nach draußen, gleichzeitig sorgt der dabei entstehende Unterdruck aber dafür, dass durch undichte Stellen ständig neue Warmluft nachströmt. Ein erheblicher Teil der erzeugten Kälte verpufft so. Bei der Split-Bauweise der Remko entfällt dieser Verlust, sodass die Kälte tatsächlich im Raum ankommt – der Effekt: Der Raum wird schneller, stärker und zugleich leiser heruntergekühlt.
Lautstärke im Alltag
Eine völlig geräuschlose mobile Klimaanlage gibt es nicht, und auch die Remko macht im Betrieb Geräusche. Der entscheidende Punkt ist aber, dass die laute Komponente – das Außengerät – nach draußen wandert. Im Wohnzimmer bleibt die Geräuschkulisse damit im Rahmen und absolut akzeptabel. Fernsehen ist problemlos möglich, man muss den Ton allenfalls etwas lauter stellen. Auch im Schlafzimmer hat sich das Gerät im Test bewährt: Weil das Innenteil ohne den Lüfter am Wärmetauscher auskommt, ist der Betrieb auch nachts gut auszuhalten – ein klarer Vorteil der Split-Bauweise, denn klassische Monoblock-Geräte sind dafür in aller Regel zu laut. Wer einen direkten Nachbarn nebenan hat, sollte allerdings bedenken, dass das Außengerät zeitweise etwas brummt.

Eine Eigenheit, die im Langzeittest auffiel: Hin und wieder wird das Gerät für einige Sekunden deutlich lauter, fast so, als müsse es kurz durchschnaufen, und beruhigt sich dann wieder. Das ist kein Defekt, sondern typisches Verhalten der Inverter-Technik. Anders als ältere Geräte, die nur stur ein- und ausschalten, regelt der DC-Inverter-Kompressor seine Drehzahl stufenlos. Steigt der Kühlbedarf kurz an, fährt er – und mit ihm der Lüfter im Außenteil – für einen Moment auf eine höhere Leistungsstufe hoch und drosselt anschließend wieder. Genau dieses kurze Hochfahren erklärt das beschriebene Geräusch. Solange es nach wenigen Sekunden wieder abklingt, ist alles in Ordnung. Aufmerksam werden sollte man nur, wenn dauerhaft ein lautes Rasseln, Klackern oder Gluckern zu hören ist – das könnte auf eine Vibration, ein loses Bauteil oder das Kältemittel hindeuten.
Bedienung und Funktionen
Die Bedienung erfolgt wahlweise direkt am Panel oder vollständig über die mitgelieferte Fernbedienung – bei großer Hitze muss man also nicht einmal vom Sofa aufstehen. Beim Einschalten startet zunächst der Ventilator, der Kompressor schaltet sich wenige Sekunden später dazu. Über die Zieltemperatur regelt die Anlage selbstständig: Im Test hat sich eine Einstellung von 21 Grad bewährt. Ein häufiger Fehler ist es, die Temperatur auf 16 Grad herunterzudrehen – davon raten wir ab, da die Anlage ohnehin automatisch abschaltet, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist.

Praktisch ist der Auto-Swing-Modus: Die Lamellen bewegen sich langsam auf und ab und verteilen die Luft im Raum. Alternativ lässt sich die Luftrichtung auch fest einstellen. Empfehlenswert ist eine Ausrichtung nach oben, denn kalte Luft, die unter die Decke geblasen wird, sinkt anschließend gleichmäßig nach unten und sorgt für ein besonders angenehmes Klima – ein klarer Vorteil gegenüber Geräten, die die Luft nur waagerecht ausstoßen. Ergänzt wird das Ganze durch einen Timer für An- und Abschaltzeiten sowie drei Betriebsarten: einen reinen Ventilatorbetrieb in drei Stufen, eine Entfeuchtungsfunktion und den eigentlichen Kühlbetrieb. Wie reaktionsschnell das Gerät arbeitet, zeigte sich im Test schon nach 15 Minuten: Das Kunststoffgehäuse war bereits spürbar kalt und der Raum hatte sichtbar abgekühlt.
Stromverbrauch und Kosten
Beim Verbrauch überrascht die Anlage positiv. Pro Stunde benötigt sie etwa eine Kilowattstunde. Bei einem Strompreis von rund 33 bis 35 Cent kostet ein typischer heißer Tag mit drei Betriebsstunden damit etwa einen Euro. Bemerkenswert ist, dass die Remko trotz ihrer höheren Kühlleistung sparsam bleibt und nicht mehr Strom zieht als vergleichbare mobile Klimageräte. Da sie einen Raum zudem deutlich schneller herunterkühlt und entsprechend kürzer laufen muss, fällt die tatsächliche Stromrechnung am Ende sogar oft niedriger aus, als die nominelle Leistung vermuten lässt.
Der konzeptionelle Schwachpunkt

So clever das Rucksack-Prinzip auch ist – einen konzeptionellen Haken hat es. Der Schlauch zwischen Innen- und Außengerät lässt sich nicht trennen, weshalb im Betrieb dauerhaft ein Fenster oder eine Tür einen Spalt offen stehen muss. Solange das Wetter mitspielt, ist das kein Problem. Heikel wird es, wenn man das Fenster schließen möchte – etwa bei einem aufziehenden Gewitter oder Unwetter. Dann muss man zwangsläufig das Außengerät wieder hereinholen, um das Fenster überhaupt schließen zu können. Und hier kommt ein zweiter Punkt hinzu: Im Außenteil sammelt sich Kondenswasser. Holt man es in die Wohnung, riskiert man schnell eine kleine Sauerei, weil das Wasser dabei austreten kann. An dieser Stelle zeigt sich der Vorteil einer fest installierten Split-Klimaanlage, bei der Innen- und Außeneinheit dauerhaft getrennt verbaut sind und das Fenster jederzeit geschlossen bleiben kann. Für ein mobiles Gerät ist die Lösung pragmatisch, ganz zu Ende gedacht ist sie aber nicht.
Fazit
Nach einem Jahr im Dauereinsatz fällt das Urteil klar aus: Die Remko RKL 495 DC würden wir nicht mehr hergeben. Sie kühlt schnell, kräftig und spürbar, erspart dem Nutzer den lästigen Abluftschlauch samt nachströmender Warmluft und überzeugt mit einem moderaten Stromverbrauch. Die Verarbeitung wirkt durchdacht, die Bedienung ist unkompliziert und das Konzept mit dem ausgelagerten Außengerät löst das größte Ärgernis mobiler Klimageräte elegant. Dass sich der Verbindungsschlauch nicht trennen lässt und damit immer ein Fenster offen bleiben muss, bleibt der wunde Punkt – wer diesen Komfort wirklich braucht, kommt um eine fest installierte Split-Anlage nicht herum.

Es gibt allerdings einen handfesten Grund, der für viele gegen sie spricht: den Preis. Eine gute Monoblock-Klimaanlage mit 9.000 bis 12.000 BTU gibt es bereits für rund 350 bis 600 Euro, während für die Remko je nach Marktlage – die Preise schwanken im Sommer erfahrungsgemäß stark – etwa 1.600 bis 1.800 Euro fällig werden. Das ist kein kleiner Betrag. Wer diese Investition stemmen kann und will, bekommt dafür eine mobile Klimaanlage, die ihrem Namen wirklich gerecht wird. Wer das Geld nicht ausgeben möchte, fährt mit einem Monoblock mit Abluftschlauch günstiger – muss dann aber mit dessen bekannten Nachteilen leben. Für alle, die nur eine leichte Abkühlung suchen, kann auch ein guter Ventilator eine preiswerte Alternative sein. An die Leistung und das Komfortniveau der Remko RKL 495 DC reicht in dieser Liga allerdings nichts heran.