Levoit Core 300S Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Levoit Core 300S ist ein kompakter Luftreiniger für einen einzelnen Raum. Mit 2,7 kg trägt man ihn bequem vom Schlaf- ins Arbeitszimmer, die Einrichtung per App gelingt in wenigen Minuten. Die VeSync-App zeigt Luftqualität, Verlauf und Restlaufzeit des Filters, das schafft Vertrauen in einer Kategorie, in der man sonst nichts sieht. Der Sensor reagiert flott, im Schlafmodus arbeitet das Gerät fast unhörbar. Auf höchster Stufe wird er mit rund 62 dB aber deutlich laut, und große Räume fordern viel Zeit. Für Zimmer bis etwa 30 m² ist der Core 300S ein günstiger, unkomplizierter Helfer, für Wohnzimmer in XL eher nicht.Vorteile
- Schnell eingerichtet App verbunden, läuft in Minuten
- Handliches Format 2,7 kg, leicht umgestellt
- Leiser Schlafmodus 35 dB stören nachts nicht
- Flinker Sensor Reagiert in rund 12 Sekunden
Nachteile
- Laut auf Stufe 3 Rund 62 dB, wie ein Gespräch
- Nur kleine Räume Über 30 m² dauert es lange
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Levoit Core 300S im Test: Reicht der meistverkaufte Luftreiniger fürs Wohnzimmer?
Der Levoit Core 300S ist bei Amazon der meistverkaufte Luftreiniger und gleichzeitig eines der kleinsten Geräte in unserem Vergleich. Luftreiniger sind dabei eine Vertrauenssache: Anders als beim Staubsauger sieht man keinem Behälter an, was das Gerät geleistet hat. Man muss den Herstellerangaben und den Zahlen auf dem Display glauben. Deshalb haben wir die Luft für unseren Test sichtbar gemacht, mit Nebelmaschine, Räucherstäbchen und Stoppuhr. Ob der kleine weiße Zylinder gegen ein komplett vernebeltes Studio überhaupt eine Chance hat, zeigen die folgenden Messungen.
Ersteindruck: so groß wie ein Papierkorb
Der Core 300S misst 22 cm im Durchmesser, ist 36 cm hoch und wiegt 2,7 kg. Damit trägt man ihn bequem mit einer Hand vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer, und genau so ist er auch gedacht: als mobiles Gerät für einen Raum, nicht als feste Anlage für die ganze Wohnung.
Das Design bleibt pragmatisch. Ein weißer Zylinder mit einem Lufteinlass rundum unten und einem Bedienfeld auf der Oberseite, mehr passiert hier nicht. Die Verarbeitung ordnen wir im Mittelfeld ein: Es knarzt nichts, aber dem Kunststoff merkt man an, dass hier kein Premiumgerät vor einem steht. In dieser Preisklasse ist das in Ordnung.
Vor dem ersten Start nimmt man einmal die Bodenplatte ab und befreit den Filter aus seiner Plastiktüte. Das geht schnell und ist die einzige Montagearbeit, die anfällt.
Was der Filter herausholt
Gefiltert wird vor allem Feinstaub, und der wird nach Partikelgröße sortiert. PM10 steht für Hausstaub bis zehn Mikrometer, also etwa Schimmelsporen oder Bruchstücke von Pollen. PM2,5 bezeichnet feineren Staub bis zweieinhalb Mikrometer, der wegen seiner Größe tiefer in die Lunge gelangt. Dazu kommen flüchtige organische Verbindungen, kurz VOC: Gase, die Gerüche verursachen.
Dagegen arbeitet der Levoit mit drei Schichten. Vorne fängt ein Vorfilter Haare und Flusen ab, damit sich die feine Lage nicht sofort zusetzt. Dahinter sitzt die HEPA-Lage für den Feinstaub, ganz hinten der Aktivkohlefilter für die Gase. Levoit bewirbt den Core 300S mit 99,97 Prozent Filterleistung. Eine Filterklasse nach europäischer Norm nennt die deutsche Herstellerseite allerdings nirgends. Die Prozentzahl bleibt damit eine Herstellerangabe ohne nachprüfbare Einstufung.
Einrichtung und App
Oben auf dem Gerät klebt eine Kurzanleitung mit QR-Code. Man geht die Schritte durch, lädt die App und verbindet den Luftreiniger mit dem WLAN, das war es schon. Die Einrichtung ist in wenigen Minuten erledigt, Vorkenntnisse braucht es dafür keine.
Die App heißt VeSync und ist angenehm simpel. Die Leistung stellt man in drei Stufen ein, dazu kommen ein Automatik- und ein Schlafmodus, ein Zeitplan und ein Timer bis zwölf Stunden. Außerdem zeigt die App die aktuelle Luftqualität samt Verlauf, die verbleibende Filterlaufzeit und die Betriebsstunden. Damit lässt sich im Nachhinein nachvollziehen, was das Gerät den Tag über tatsächlich gemacht hat. In einer Kategorie, in der man sonst nichts sieht, ist das mehr wert, als es zunächst klingt.
Bedienung am Gerät: Sensortasten und ein Lichtring
Ohne App geht es genauso. Auf der Oberseite sitzt ein Bedienfeld mit denselben Funktionen, dazu ein dimmbares Display und eine Tastensperre. Es sind allerdings Sensortasten, und die geben keine spürbare Rückmeldung. Man drückt und schaut anschließend nach, ob tatsächlich etwas passiert ist.
Dazu kommt ein farbiger Lichtring, der die Luftqualität aus der Entfernung anzeigen soll. Die Idee gefällt uns, die Umsetzung weniger. Der Ring sitzt ganz oben am Gerät, und weil der Levoit nur 36 cm hoch ist, sieht man ihn vom Sofa aus praktisch nicht. Wer dafür aufsteht und von oben draufschaut, kann genauso gut die App öffnen.
Lautstärke: auf voller Leistung deutlich hörbar
Bei einem Gerät, das den ganzen Tag läuft, entscheidet die Lautstärke mit darüber, ob man es überhaupt anlässt. Auf der höchsten Stufe messen wir rund 62 dB, das entspricht etwa normaler Gesprächslautstärke und macht den Core 300S zu einem der lauteren Geräte in unserem Test. Es wirkt, als wolle der Kleine seine Baugröße mit Ventilatorleistung wettmachen.
Andere Geräte kommen leiser durch dieselbe Aufgabe: Der Bosch Air 4000i liegt an derselben Stelle bei 53 dB, und dieser Unterschied ist deutlich zu hören. Im Alltag relativiert sich das, weil der Automatikmodus selbst herunterregelt und meistens eine niedrigere Stufe genügt. Im Schlafmodus sind es 35 dB, und damit nimmt man den Levoit nachts schlicht nicht mehr wahr.
Der Nebeltest: über 30 Minuten für das Studio
Für den Härtetest lassen wir die Nebelmaschine exakt zwei Minuten laufen, bis man im Studio kaum noch die Hand vor Augen sieht. Dann schicken wir den Luftreiniger auf höchster Stufe ins Rennen und stoppen die Zeit, bis die Luft wieder sauber ist. Anschließend wiederholen wir denselben Aufbau im deutlich kleineren Badezimmer. Beide Werte zusammen zeigen, wie gründlich und vor allem wie schnell ein Gerät arbeitet.
Für unser Studio braucht der Core 300S über 30 Minuten, und man sieht und hört ihm die Anstrengung dabei an. Das überrascht nicht weiter: Mit rund 240 Kubikmetern Luft pro Stunde ist er für einen Raum dieser Größe schlicht klein dimensioniert. Wie fast alle Luftreiniger zieht er die Luft unten ein und bläst sie oben wieder aus. So entsteht eine stetige Zirkulation, die den Nebel nach und nach durch den Filter befördert.
Im Badezimmer geht es erwartungsgemäß schneller. Nach 14:30 Minuten stuft unser Messgerät die Luft wieder als gut ein. Das klingt zunächst ordentlich, ist im Vergleichsfeld aber der schlechteste Wert: Der Bosch Air 4000i war beim identischen Aufbau schon nach achteinhalb Minuten fertig, also rund sechs Minuten früher. Levoit gibt für den 300S eine maximale Raumgröße von 50 m² an, unser Studio liegt damit genau an der oberen Grenze. Nach unseren Messungen ist diese Angabe zu optimistisch: Gut geeignet ist der Core 300S für Räume bis etwa 30 m², darüber wird es zäh.
Für den Alltag heißt das vor allem eines: Der Core 300S braucht Zeit. Wer ihn morgens einschaltet und einfach laufen lässt, bekommt spürbar sauberere Luft. Wer nach dem angebrannten Essen in der Küche schnelle Hilfe erwartet, wartet dagegen länger, als ihm lieb ist.
Reaktionstest: zwölf Sekunden bis der Sensor anspringt
Die zweite Frage ist, wie schnell das Gerät überhaupt bemerkt, dass die Luft schlechter wird. Davon hängt ab, ob der Automatikmodus im Alltag etwas taugt, etwa wenn in der Küche etwas anbrennt. Wir prüfen das zweifach: einmal mit einem brennenden Räucherstäbchen in einem Meter Abstand, einmal indem wir das Gerät komplett einnebeln.
Hier hat uns der kleine Levoit positiv überrascht. Nach zwölf Sekunden schlägt der Sensor an, als wir das Gerät komplett einnebeln. Das ist ein starker Wert für ein Gerät dieser Klasse. Beim Räucherstäbchen hängt das Ergebnis dagegen spürbar von der Position ab: Der Core 300S hat nur einen einzigen Sensor, und je nachdem, aus welcher Richtung der Qualm ihn erreicht, meldet er eine sehr hohe oder eine sehr niedrige Belastung. Das ist keine Eigenheit dieses Modells, sondern betrifft fast jeden Luftreiniger mit nur einem Messpunkt.
Filterwechsel und Folgekosten
Einen Punkt übersehen die meisten beim Kauf: die Folgekosten. Der Filter ist ein Verschleißteil, und Levoit empfiehlt, ihn alle sechs bis acht Monate zu tauschen. Ein Original-Ersatzfilter kostet rund 32 Euro, hochgerechnet landet man bei knapp 50 bis gut 60 Euro im Jahr. Spezialfilter für Tierhaare, Schimmel oder Abgase bietet Levoit ebenfalls an, sie kosten etwa 40 Euro pro Stück.
Der Wechsel selbst ist unkompliziert: Bodenplatte abnehmen, alten Filter herausziehen, neuen einsetzen. Werkzeug braucht man dafür nicht, und falsch machen kann man dabei nichts. Wer den Termin verschleppt, verliert Filterleistung, ohne es zu merken, und genau dafür ist die Restlaufzeit in der App gut.
Fazit
Reicht so ein kleines Gerät am Ende fürs Wohnzimmer? Für große Flächen wie unser Studio fehlt dem Core 300S schlicht die Leistung, das haben die über 30 Minuten im Nebeltest deutlich gezeigt. Für kleinere Räume bis etwa 30 m², also ein Schlafzimmer oder ein Arbeitszimmer, ist er dagegen mehr als ausreichend und liefert für rund 130 Euro im kleinen Raum ein sauberes Ergebnis. Dazu kommen eine schnelle Einrichtung und eine aufgeräumte App, die zeigt, was das Gerät den Tag über geleistet hat.
Abzüge gibt es bei der Lautstärke auf voller Stufe und beim Lichtring, den man an einem so niedrigen Gerät im Sitzen ohnehin nie zu sehen bekommt. Wer mehr Fläche abdecken muss oder den Luftreiniger den ganzen Tag im Wohnzimmer laufen lassen will, ist mit dem Bosch Air 4000i besser bedient: Er kostet rund 200 Euro, arbeitet auf höchster Stufe merklich leiser und hatte den Nebel im selben Aufbau deutlich schneller aus der Luft. Für alle anderen bleibt der Core 300S genau das, als was er sich verkauft: ein günstiger, unkomplizierter Luftreiniger für einen einzelnen Raum.