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Jan-Philipp
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Grafikkarten auf einen Blick - Das musst du wissen!

Das schönste Spiel sieht nur so gut aus, wie es die Grafikkarte bzw. der Grafikprozessor in deinem PC zulässt. Alle paar Jahre lohnt es sich, die Grafikkarte auszutauschen und so die neusten Spiele in ihrer vollen Pracht zu genießen. Doch der Markt ist mit vielen Karten, Grafikchips, Produktgenerationen und technischen Details ziemlich unübersichtlich, obwohl es mit Nvidia und AMD nur zwei große Hersteller gibt.

Grafikkarten Vector-Grafik Beispielmodelle

Unser Kaufberater hilft dir, dich in diesem Dschungel zurechtzufinden und Schritt für Schritt die beste Grafikkarte für deine Ansprüche zu finden.

  • Unkomplizierter Einbau: Eine dedizierte Grafikkarte benötigt ausreichend Kühlung, Strom und Platz im Gehäuse, hat aber auch sehr viel Leistung. Sie wird via PCI-Express Anschluss auf das Mainboard geklickt und mit dem Netzteil des PCs verbunden.

  • Für jeden Anspruch: Die zwei größten Grafikkartenhersteller, Nvidia und AMD bringen Referenzmodelle auf den Markt, welche andere Hersteller wie ASUS, EVGA, MSI, Sapphire, Zotac uvm. als Custom Karten mit Anpassungen bei Kühlung, Leistung und Design verkaufen dürfen.

  • Gaming-Fähigkeit: Entscheidend sind die Auflösung und die Bilder pro Sekunde. Für Full HD reicht schon eine Mittelklasse-Karte. Für VR-, QHD- oder sogar 4K-Gaming sind Highend-Modelle empfehlenswert.

  • Preis/Leistung: Die empfohlenen technischen Anforderungen von Spielen und Programmen dienen als Orientierungspunkt für den Kauf einer Grafikkarte und bestimmen den Preis. Um die richtige Leistung zu finden, eignen sich die Modellnamen und Ranglisten der Hersteller.

Diese Grafikkarten empfehlen wir dir

Der Markt der Grafikkarten ähnelt einem Dschungel. Viele verschiedene Grafikkarten mit lauter unterschiedlichen Bezeichnungen, bei denen man schon einmal die Übersicht verlieren kann. Wir haben uns verschiedene Grafikkarten für verschiedene Anlässe herausgesucht, damit auch für dich die Richtige dabei ist.

Ideal für VR - Nvidia GeForce RTX 2070 Super

Nvidia ist immer noch die erste Anlaufstelle, wenn es um High-End-Grafikkarten geht. Um spitzenmäßige Performance zu erhalten, musst du dabei aber nicht direkt zu den teuersten Modell, zum Beispiel der GeForce RTX 2080 Ti, greifen. Eine ganze Preisklasse darunter wirst du bei der GeForce RTX 2070 Super fündig.

  • Top-Performance: Es geht zwar noch ein klein bisschen besser, doch lässt bereits die GeForce RTX 2070 Super wenig Luft nach oben. Auch aktuelle AAA-Titel können in QHD-Auflösung (1440p) mit den besten Grafikeinstellungen ohne FPS-Einbrüche dargestellt werden. Auch 4K und VR sind (in Maßen) möglich. In puncto Leistung kann sie sich in etwa mit dem Flaggschiff der vorherigen Generation, der GeForce GTX 1080 Ti, messen.

  • Raytracing mit an Bord: Raytracing ist zwar noch relativ selten anzutreffen, könnte mit der neuen Konsolengeneration der Playstation und Xbox jedoch einen immensen Schub nach vorne erhalten. Sobald das PC-Gaming nachzieht, wärst du mit der RTX 2070 Super hier schon vorab bestens gerüstet.
Das stört uns an der GeForce RTX 2070 Super

Alle Varianten der GeForce RTX 2070 Super kosten zwar eine ganze Ecke weniger als beide Varianten der RTX 2080, günstig sind sie dennoch nicht.

Unser Kurzfazit zur GeForce RTX 2070 Super

Die RTX 2070 Super eignet sich für jeden (anstrebenden) Gamer, der nicht nur in Full HD, sondern auch VR und 4K ausprobieren wollen. Auch aktuelle Titel laufen mit hohen Einstellungen flüssig.

AMDs Top-Modell - AMD Radeon RX 5700 XT

Eine weitere Grafikkarte, die an der Tür der High End-Hardware klingelt, dabei aber in einem ähnlichen Preisbereich wie die GeForce RTX 2070 Super spielt ist die AMD Radeon RX 5700 XT, AMDs aktuelles Flaggschiff.

  • Performance zum kleine(re)n Preis: Die Radeon RX 5700 XT ist in ihrer Performance in etwa mit der RTX 2070 Super zu vergleichen. Sie kann aktuelle AAA-Titel auch in 4K flüssig darstellen. Doch auch wenn sie an die Leistung der Nvidia Karten heranreicht, richtig einholen kann sie diese in der Regel nicht.
    Warum also AMD? Ganz einfach: Die RX 5700 XT ist eine ganze Ecke günstiger als die vergleichbaren Karten der Konkurrenz.

  • Kompakt und effizient: Sie ist nicht nur günstiger, die RX 5700 XT ist auch ein wenig kompakter als die 2070 Super, obwohl sie ebenfalls über drei Lüfter verfügt. Diese arbeiten darüber hinaus auch unter Volllast angenehm leise. Als Kirsche auf der Torte braucht sie zudem etwas weniger Strom.
Das stört uns an der AMD Radeon RX 5700 XT

Sie ist vergleichbar mit der RTX 2070 Super und zählt durchaus zu den High-End-Grafikkarten. Am Ende fehlt ihr in Tests und Benchmarks aber meist ein Quäntchen, um mit der Konkurrenz von Nvidia gleichzuziehen. Auch kommt sie nicht an die Platzhirsche in der Arena, zum Beispiel die Nvidia GeForce RTX 2080 Ti, in puncto Performance heran.

Bei den Anschlüssen liefert die RX 5700 XT mit drei Displayport-Anschlüssen ein angenehmes Gesamtbild. Jedoch verfügt sie lediglich über einen einzigen HDMI-Ausgang. Einen Monitor und ein VR-Headset gleichzeitig über HDMI anzuschließen ist dementsprechend unmöglich.

Unser Kurzfazit zur AMD Radeon RX 5700 XT

Auch die AMD Radeon RX 5700 XT eignet sich für jedes aktuelle Spiel in höheren Auflösungen. Das große Plus: Sie ist in puncto Performance vergleichbar mit der RTX 2700 Super, kostet jedoch weniger, ist kompakter und energieeffizienter.

Für Full HD-Gaming ausreichend - AMD Radeon RX 580

Während Nvidia die Preise bei der Performance abräumt, glänzt AMD immer wieder mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn du auf der Suche nach einer günstigen Karte bist, die trotzdem aktuelle Games flüssig darstellen kann, dürfte die AMD Radeon RX580 genau das Richtige für dich sein.

  • Full-HD-Gaming vom Feinsten: Wenn du nur in Full-HD-Auflösung (1080p) zocken möchtest, reicht die Radeon RX 580 allemal. Auch bei aktuellen Spielen erreicht die Karte durchschnittliche Bildraten von 60-70 FPS. Ohne Ruckeln flitzen die Pixel über deinen Bildschirm.

  • Erschwingliches Gaming-Wunder: Die GX 580 kostet deutlich weniger als die Konkurrenz von Nvidia. Preislich gibt AMD damit den Ton an. Für ein Low-End bis Mittelklasse-Gaming Setup ist die RX 580 also ideal geeignet.
Das stört uns an der AMD Radeon RX 580

Die RX580 ist bei Full-HD-Auflösungen in ihrem Element. Das ist aber auch schon alles. Schon bei QHD-Auflösung, geschweige denn bei 4K, stößt die Grafikkarte schnell an ihre Grenzen. Für High-End-Geräte ist sie damit nicht geeignet.

Unser Kurzfazit zur AMD Radeon RX 580

Wenn du mit Full HD-Gaming zufrieden bist, ist die Radeon RX 580 von AMD die perfekte Karte für dich. Die Karte gibt es beinahe zum Mitnahmepreis. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist schlichtweg spitze.

Was kann Raytracing und DLSS von Nvidia?

Neben der reinen Leistungsverbesserung von fast 90% gegenüber der RTX 2000er-Reihe startete Nvidia im September 2020 mit der 3000er-Serie (Ampere) abermals eine Offensive in Richtung Raytracing und seiner KI-gesteuerten Hochrechnung (Deep Learning Super Sampling - DLSS).

Diese Neuerungen sind wichtig:

  • Statt der ursprünglichen Nummerierung zu folgen, macht Nvidia jetzt weitere große Sprünge, weshalb die neuen Karten z.B. nicht RTX 2190, sondern RTX 3090 heißen. 

  • Der eigentliche Leistungsunterschied steht nun wieder im Vordergrund. Fast doppelt so viel Grafikleistung soll es dank unterschiedlichster Software- und Hardwareverbesserungen sein.

  • Dennoch liegt der Fokus auch weiterhin auf Raytracing und DLSS, welches durch die Verbesserung der zusätzlichen Kerne noch mehr bieten kann - die Optimierung seitens der Entwickler vorausgesetzt. 

Was ist besser? Echtzeitbelichtung und die KI macht das Bild schärfer

Demobild der Funktionen von RTXRaytracing kommt bei Animationsfilmen schon seit Jahrzehnten zum Einsatz. Es verleiht den Szenen eine realitätsnahe Beleuchtung mit akkuraten Reflexionen und Spiegelungen.

Raytracing simuliert dabei Lichtstrahlen und Lichtkegel wie Fackeln, die Sonne, Lampen, Explosionen usw. Deren abgesondertes Licht wird nach einer Berechnung physikalisch weitgehend korrekt auf den unterschiedlichen Oberflächen in der Spielwelt abgebildet. So reflektieren z.B. glatte Oberflächen wie Eis, Pfützen oder glänzendes Metall besser als matte Objekte. Zudem erfolgt die Belichtung des Spiels akkurater. Dunkle Räume und Ecken bekommen auch nur so viel Licht, wie es die Lichtquellen im Raum zulassen würden.

DLSS - Die KI macht das Spiel schärfer, als das Spiel selbst

Deep Learning Super-Sampling (DLSS) verbessert dank der speziellen Tensor-Kerne die Auflösung durch eine künstliche Intelligenz. Diese wurde von Nvidia mit extrem hoch aufgelösten Texturen und Daten aus den Spielen trainiert, sodass sie diese in Echtzeit dem Spiel hinzufügen kann. Dadurch kann das Spiel mit einer geringeren Auflösung berechnet werden und im gleichen Zuge hochgerechnet werden. Die eigentlichen GPU-Kerne haben mehr Ressourcen für andere Aufgaben über, was letztendlich die Bildwiederholungsrate verbessert und die Darstellung flüssiger bzw. stabiler macht.

Nvidia entwickelt DLSS kontinuierlich weiter. Die Ergebnisse werden immer beeindruckender. Bei sehr gut optimierten Spielen wie Control und Death Stranding sieht das hochskalierte Bild teilweise besser aus, als die native Auflösung des Spiels. So kannst du mit vergleichsweise günstigen Grafikchips auch moderne Spiele in hoher Auflösung spielen.

Jetzt alte Nvidia-Grafikkarten zu kaufen, kann sich lohnen

Mit den neuen Grafikprozessoren müssen die alten weichen. Das hat zur Folge, dass leistungsstarke Oberklasse-Vorgängermodelle der Turing-Generation wie die RTX 2070 Super, RTX 2080 Super, RTX 2080 und die RTX 2080 Ti stark im Preis fallen. Diese reichen für aktuelle Spiele und Anwendungen auf jeden Fall aus und bieten durch den Abverkauf ein verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis, da sie zwangsläufig unter den sehr konkurrenzfähigen Preisen der neuen Generation liegen. Denn die RTX 3070 ist für nur 500 € genauso leistungsstark wie die RTX 2080 Ti, die aktuell um die 1000 € kostet. 

DLSS und Raytracing sind noch im Aufbau

Bei all der Euphorie und Vorteile, die diese neuen Techniken mit sich bringen, musst du aber auf Anwendung im Alltag achten. Nur sehr wenige Spiele bieten überhaupt vollwertiges Raytracing, da es immer noch zu rechenintensiv ist. Meistens werden nur einzelne Beleuchtungstechniken verwendet, um einzelne Aspekte der komplexen Beleuchtungstechnik zu verbessern.

DLSS oder auch KI-gesteuertes Upscaling ist nicht minder beeindruckend, läuft aber auch nur mit einer Handvoll Spiele. Entwickler müssen diese Optimierung bei Nvidia erst beantragen und errechnen lassen.

Mit der Playstation 5 und der Xbox Series X werden sowohl Raytracing als auch das KI-gesteuerte Upscaling aber nochmal erneut groß in den Fokus gerückt und bei mehr Spielen Einzug halten. In jedem Fall ist die Investition in einer RTX-Karte vergleichsweise zukunftssicher. Erwarte nur noch keine Revolution zu diesem frühen Zeitpunkt.

So findest du die perfekte Grafikkarte

Neben den klassischen Grafikkarten gibt es Onboard-Chipsätze und sogar komplett externe Varianten. Welche Art sich für dich am ehesten anbietet, kannst du unserer kurzen Übersicht entnehmen: 

Typ

Eigenschaften

Erklärung

Beispielbild

Onboard

  • strom- und platzsparend
  • eignen sich nicht für grafisch aufwendige Games

Onboard-Grafikkarten sind im Prozessor integriert und nutzen dessen Leistung. Hitzeentwicklung und Ressourcenmanagement mindern die Leistungsfähigkeit. Sie sind perfekt für einfache Aufgaben und sparen in kleinen Gehäusen sehr viel Platz.

Intel gilt als Vorreiter und nutzt Onboard Grafikkarten seit mehreren Prozessor-Generationen. In näherer Vergangenheit konnte AMD mit seinen Vega-Grafikchips allerdings stark aufholen.

Im Datenblatt werden sie als "Intel HD Graphics" oder "Intel HD Grafik" angegeben.

CPU mit interner GPU - Onboard Grafikkarte

Dediziert

  • leistungsstark und variabel

Dedizierte Grafikkarten sind separate Grafikeinheiten, die über eine extra Stromversorgung des PC-internen Netzteils und über die PCI Express (Peripheral Component Interconnect Express, Kurzfom: PCIe oder PCI-E) Schnittstelle mit dem Motherboard verbunden werden.

Sie besitzen separate Anschlüsse für die Bildausgabe.

Highend Grafikkarte von Nvidia

Extern

  • flexibel, teuer und mobil

Als externe Grafikkarten bezeichnet man eine dedizierte Grafikkarte, die in einem separaten Gehäuse mit eigener, Stromversorgung und Kühlung betrieben und über einen Thunderbolt (basierend auf dem USB-Typ-C Standard) an einen PC angeschlossen wird.

Der PC benötigt zwangsläufig diesen, mit einen Blitz gekennzeichneten, Thunderbolt-Anschluss um ausreichend schnell mit dem externen Grafikchip kommunizieren zu können.

Schwächere Hardware lässt sich so mit der nötigen grafischen Leistung ergänzen.

Nahezu jede Dedizierte Grafikkarte kann in ein derartiges Gehäuse gebaut werden.

Ultrabook mit externen Gehäuse für Grafikkarte

Grafikkarten Hersteller - Nvidia und AMD geben den Takt vor

Für dich als normalen Endkonsumenten gibt es im Prinzip nur zwei amerikanische Hersteller, die Grafikkarten entwickeln, bauen lassen und verkaufen. AMD und Nvidia. Beide Hersteller stellen neue Produkte vor und verkaufen zunächst eine Referenzmodell. Die Kerntechnologie stellen sie dann anderen Herstellern zur Verfügung, die nochmal am Design feilen, Übertaktungen vornehmen und kosmetische Aspekte hinzufügen. Diese Custom Karten kommen dann kurze Zeit später auf den Markt und bieten nicht selten mehr Leistung durch bessere Kühlung.

Nvidia Grafikkarten - Exklusiv und leistungsstark

Nvidia Logo GrünAuf der einen Seite steht Nvidia, das mit seinen GeForce-Grafikkarten und teils exklusiven Optimierungen für Spiele, einen Großteil des Marktes für sich beansprucht. Die GPUs des amerikanischen Unternehmens werden mit den drei Buchstaben RTX geschmückt und in 10er-Schritten nummeriert. Ein 1000er-Schritt ist dabei gleichbedeutend mit einer neuen Generation und Verbesserungen im Herstellungsverfahren. Der Sprung von der 2000er- auf die 3000er Reihe brachte z.B. mit einem verbesserten Herstellungsverfahren (Ampere) mehr Leistung bei geringerem Stromverbrauch. Nvidias Screen-Sync-Technologie G-Sync, welche die FPS an die Hertzzahl des monitos anpasst, ist allerdings exklusiv für Nvidiakarten und ausgewählte Monitore.

In Kurzform: Eine RTX 3080 ist also deutlich leistungsstärker als eine RTX 2080.

Nvidia arbeitet nach dem Fabless-Prinzip. Fabless (fabricless = fabriklos) bedeutet, dass die eigentliche Herstellung an externe Unternehmen ausgelagert wird und deren Fabriken genutzt werden. So kann sich Nvidia vollkommen auf die Konzeption und Softwareentwicklung konzentrieren.

  • Wissenswert: Durch eine exklusive Partnerschaft ist in der aktuellen Konsole von Nintendo, der Nintendo Switch, ein mobiler Prozessor mit Grafikeinheit von Nvidia verbaut - der Nvidia X1. Sony mit seiner Playstation und Microsoft mit der Xbox setzen hingegen auf speziell entwickelte Grafikchips von AMD.

AMD Grafikkarten - Open Source und günstiger

AMD Radeon Logo RotAuf der anderen Seite befindet sich AMD Radeon, welches zuvor als ATI bekannt war und Ende 2006 vom Chiphersteller Advanced Micro Devices, Inc. (AMD) übernommen wurde. Die Grafikkarten-Abteilung von AMD, dessen Prozessor-Abteilung auch in Konkurrenz zu Intel steht, besticht durch ihr quelloffenes Prinzip. Sämtliche Treiber für die GPUs sind open source

Der Nachteil: Nvidia fädelt oftmals exklusive Optimierungen für Spiele ein, um die Spieler zum Kauf einer RTX zu verleiten. Zudem erscheinen viele Treiberverbesserungen erst später als bei der grünen Konkurrenz. Erfreulich ist, dass AMDs Freesync frei zugänglich für alle Monitore und Radeon-Grafikchips ist.

AMD Radeon Karten werden ebenfalls in fortlaufenden 10er- bzw. 100er-Folgen angegeben und haben davor noch ein R, mit der betreffenden Generation. Eine AMD Radeon R9 390 ist also älter als eine AMD Radeon RX 580. Das X steht in diesem Fall für die 10. Auch hier wurde ab der 400er-Reihe auf das 16 nm (Polaris) Fertigungsverfahren umgestellt. Mit der RDNA bzw. RDNA-2-Architektur schließt AMD wieder zu Nvidia auf. Die erste Karte aus diesme Feld ist die RX 5700XT, welche wieder einen Generationssprung verdeutlicht.

AMD arbeitet ebenfalls nach dem Fabless-Prinzip und verbaut seine Grafikkarten in diversen Apple-Produkten wie dem Apple iMac und dem MacBook Pro, aber auch in den Spielekonsolen wie Playstation 5, Xbox Series X oder der Playstation 4.

Custom Karten - andere Schale - gleicher Kern

Beide großen Unternehmen bringen sogenannte Referenzdesigns ihrer Grafikkarten auf den Markt. Andere Hersteller wie ZOTAC, MSI, ASUS mit seiner Strix Reihe, GIGABYTE, Sapphire, EVGA und XFX können diese dann abändern, optimieren und unter eigenem Namen verkaufen. Das Grundprinzip der Karte bleibt dabei gleich. Es werden lediglich andere Kühlsysteme und Materialien, optische Anpassungen sowie werkseitige Übertaktungen vorgenommen.

Dadurch ergibt sich eine riesige Auswahl. Jeder Hersteller hat andere Punkte, die er verbessert haben will. Mal ist bei gleicher oder höherer Leistung die Lautstärke der Lüfter um ein paar Dezibel optimiert, mal die Temperatur gesenkt worden - manchmal sogar beides. Zudem gesellt sich noch die optische Komponente, da viele Computerbesitzer, vor allem Gamer, auf ein Gehäuse mit Sichtfenster setzen und Wert auf ein modernes Design mit LED-Beleuchtung legen.

Was hast du für Ansprüche an deine neue Grafikkarte?

Abseits von Gaming sind Grafikkarten z.B. wichtig für Videoschnitt, Grafikprogramme von Designern (CAD), bei der Nutzung von Bildbearbeitungsprogrammen uvm. Selbst innerhalb dieser Nutzungsmöglichkeiten gibt es noch Unterschiede. Schneidest du Videos in 4K oder reicht dir auch Full HD? Wie komplex ist dein Grafikprogramm? Reich möglicherweise ein Grafikchip für WQHD / 1440p? Willst du die neuesten Spiele in Top-Qualität und vielleicht sogar in Ultra HD auf deinem 4K Monitor oder 4K Fernseher spielen? Gerade beim Gaming ergeben sich durch die Einstellungsmöglichkeiten sehr viele Optionen.

Viel Geld für viele Pixel - Teure Grafikkarten sind nur für hohe Auflösungen notwendig

Eine Grafikkarte im SLI-VerbundAusgehend davon ergibt sich erstmal eine riesige Preisspanne. Von 100 bis 2000€ ist für jeden Zweck etwas dabei. Die beste Grafikkarte für deine Anwendungen findest du, indem du vorher nicht die Mindestanforderungen sondern die empfohlenen Anforderungen deiner Programme oder Anwendungen, die in Zukunft mit deiner neuen GPU nutzen möchtest, nachschlägst. Diese sind der Standard, nachdem sich die Entwickler richten und auf denen optimiert wird. Features wie Kantenglättung und ein hoher Detailgrad wirst du in Full-HD auch mit einer Mittelklasse-Karte genießen können.
Nur wenn du in den angesprochenen hohen Auflösungen spielen willst, ist in viele Fällen eine Highend-Grafikkarte notwendig.

Tipp: Sei dir aber bewusst, dass du im High-End-Bereich für nur etwas mehr Leistung viel mehr Geld bezahlst.

Nicht jeder Grafiker braucht eine Gaming-Grafikkarte der Oberklasse. Office-Nutzer brauchen in der Regel nur eine Onboard-GPU. Auch als Gamer musst du nicht immer Unmengen an Geld ausgeben, um auf dem neuesten Stand zu sein. Spiele werden auch für die älteren und/oder schwächeren Modelle optimiert. Wenn du nicht unbedingt in maximaler Auflösung (oft 4k) bei maximalen Details spielen oder leistungshungrige VR Brillen betreiben willst, darf es auch eine nicht so leistungsfähige Karte sein - das spart bares Geld.

Hast du genügend Platz und Leistung für deine neue GPU?

Da sich die Rechenleistung und Kühlungsmöglichkeiten von Grafikkarten extrem unterscheiden kann, gibt es verschiedene Größen. Je mehr Leistung sie bringt, desto mehr Strom und Kühlung braucht die Karte. Zudem können andere Kühlungsansätze die Karte vergrößern. Wo der eine Hersteller bei seiner Karte auf nur einen Radiallüfter setzt, verbaut der anderer Hersteller gleich 3 Axiallüfter - dies schlägt sich in den Maßen und blockierten PCIe-Steckplätzen nieder.

PCIe Slots und Kartenhöhe: Vorher ist genaues Messen angesagt

Eine auffallend große GrafikkarteIm PC Bereich gibt es zwei wichtige Größen von Gehäusen. ATX und Mini ATX. Die Gehäuse sind in Slots oder bzw. Steckplätze unterteilt. Je nach Grafikkarte nimmt diese bis zu drei Steckplätze an der Gehäuserückseite ein. GPUs werden immer waagerecht eingebaut, weshalb neben der Höhe auch der Platz nach hinten (ins Gehäuse hineinragend) entscheidend ist.

Die Länge wird in Millimetern angegeben und liegt durchschnittlich zwischen 270 und 320 mm. Extrem große Grafikkarten mit bis zu 450 mm sind durch kleinerer Chips und besserer Kühlung nahezu ausgestorben. Extrem kleine Grafikkarten, die nur um 150 mm lang sind, werden im gleichen Zuge immer leistungsfähiger.

Größere Modelle können die vorgesehenen Abmessungen überschreiten. Das kann dir vor allem bei einem Mini ATX Gehäuse passieren. Unter Umständen hilft es, mit dem Ausbau anderer, nicht genutzter Teile (z.B. Festplattenschächte), Platz zu schaffen. Beachte, dass diese Möglichkeit nicht immer gegeben ist, weswegen sich vor dem Kauf ein genauer Blick in dein PC-Gehäuse lohnt.

Vorsicht: Liefert dein Netzteil ausreichend Strom?

In diesem Zusammenhang gilt es außerdem die Energiezufuhr zu beachten. Wenn dein Netzteil 400 W stark ist, du aber eine Grafikkarte mit 370 W Maximalleistung einbaust, kann dies die Power des Systems unnötig begrenzen und im schlimmsten Fall zu defekter Hardware führen.

Beim Netzteil gilt es also die maximale Auslastung des ganzen System inklusive GPU, Festplatten und Co. zu berücksichtigen und eventuell ein neues Netzteil zu kaufen. Besonders bei der Stromversorgung ist Vorsicht deutlich besser als Nachsicht, denn auch das effizienteste Kühlsystem kann nicht gegen die Wärmeentwicklung ankommen. 

VRAM - Warum mehr Videospeicher nicht immer besser ist

Du hast sich für einen Hersteller und eine Größe entschieden. Nun irritieren dich beim Vergleich die ganzen Bezeichnungen, die neben der Grafikkarte aufgelistet sind. Das einzige, was du kennst, ist die Gigabyte-Angabe des Videospeichers - der sogenannte VRAM. Glücklicherweise steht dieser Wert bei jeder Karte dabei und muss deshalb ein guter Indikator für die Leistungsfähigkeit sein. Falsch!

Bei einer GPU wird der schnelle Grafikspeicher dafür genutzt, um grafikrelevante Daten wie Texturen, Shadow Maps uvm. zwischenzuspeichern und auf Abruf zu halten. Diese werden von dort an den Grafikchip geschickt, der für die eigentliche Darstellung zuständig ist.

Wann benötige ich wirklich viel VRAM?

Natürlich ist der Nutzen des Videospeichers vom Spiel abhängig, aber eben nicht so maßgebend, wie man meinen könnte. Spiele mit großen, weil extrem scharfen Texturen, die z.B. für die Darstellung in 4K notwendig sind, brauchen natürlich einen dementsprechenden Zwischenspeicher.

Moderne Spiele in 1080p (Full HD) brauchen je nach Grafikqualität nicht mehr als 8 GB VRAM. Viele Mittelklasse-GPUs haben deshalb auch nur 6 - 8 GB. Nur wenn du die neuesten Blockbuster-Games auf QHD (1440p) oder sogar Ultra HD 4K zocken möchtest, kommst du schwerlich um 8 GB VRAM oder mehr herum. 

VRAM, Bandbreite und Taktrate - Was ist zu beachten?

Viel entscheidender als der Grafikspeicher, ist die Geschwindigkeit mit welcher der Grafikspeicher und der Chip miteinander arbeiten bzw. kommunizieren. Dieser wird Bandbreite genannt und in Bit angegeben. Eine Grafikkarte mit 8 GB GDDR5 RAM und 128 Bit ist schwächer als eine Grafikeinheit mit 4 GB GDDR5 RAM und 4096 Bit.

Durch die ständige Weiterentwicklung gibt es auch hier Änderungen. Die neueste Generation von Videospeichern können auch mit einer geringen Bandbreite bessere Ergebnisse erzielen. Zusätzliche Faktoren, wie die Taktrate in GHz, machen die Verwirrung komplett.

Als idealer Leitfaden entpuppen sich deshalb die Modellbezeichnungen der Hersteller. Denn die wissen genau, wie leistungsstark ihr Produkt wirklich ist. Leichte Verbesserungen der neuen Generationen reißen zwar immer Grenzen ein - insbesondere beim Stromverbrauch und der Effektivität - grundsätzlich bieten die Einstufungen aber immer einen guten Anhaltspunkt. Alternativ kannst du auf Benchmark-Werte vertrauen. Benchmarks sind simulierte Stresstests, welche die Leistungsfähigkeit von Grafikkarten anhand echter Berechnungen ermitteln und so eine theoretische Vergleichbarkeit ermöglichen.

Unsere Grafikkarten Schritt-für-Schritt-Einbauanleitung

Eine Grafikkarte beim EinbauDu hast dich für eine passende GPU entschieden und willst diese jetzt einbauen. Platz ist genügend da und dein Netzteil ist der zusätzlichen Belastung ebenfalls gewachsen. Der Wechsel bzw. Einbau ist in wenigen Schritten und mit etwas Geduld schnell ausgeführt. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung ist der Wechsel ein Kinderspiel.

  1. Fahre deinen PC herunter und ziehe alle Stecker. Zudem solltest du dich erden, um Schäden an der sensiblen Technik auszuschließen. Dies geht z.B. indem du an eine Heizung oder einen anderen Metallgegenstand fasst.

  2. Stelle oder lege deinen PC auf einen Tisch und öffne die Seitenabdeckung. Nur auf einer Seite hast du tatsächlichen Zugriff auf das komplette Innenleben. In der Regel ist dies von vorne gesehen rechts.

  3. Verschaffe dir einen Überblick. Du solltest das Mainboard mit den vielen Anschlüssen, Platinen etc. sehen. Links befinden sich einzelne Blenden, welche die Rückseite des PCs darstellen. Je nach Größe deiner Grafikkarte musst du bis zu drei Blenden entfernen.

  4. Gegebenenfalls musst du zuerst deine alte Grafikkarte ausbauen. Einfach alle Stecker von dieser abkoppeln, sie von der Rückseite losschrauben, den Kippschalter lösen und vorsichtig herausziehen.

  5. Nimm deine neue Grafikkarte und stecke diese in einen der horizontalen PCI-Express Slots, der sich auf dem Mainboard befindet. Der PCI-Express-Anschluss hat Kerbungen und Pins, sodass ein falsches Einstecken unmöglich ist, solange du nicht mit Gewalt vorgehst. Achte einfach auf die Kontakte und den richtigen Abstand der Karte zur Rückseite des Gehäuses. Ein Klicken des Kippschalters gibt dir die Gewissheit, dass die Karte vollständig eingerastet ist.

  6. Wenn die Karte sicher im Motherboard sitzt, wird sie festgeschraubt. Dazu dient meistens nur eine Schraube der zuvor entfernten Blende.

  7. Da eine GPU sehr viel leisten muss, benötigt sie einen extra Stromanschluss. Aus dem Netzteil deines PCs kommen unterschiedliche Kabel. Dich interessiert in diesem Fall nur das dicke, welches mehrere 6-Pin Stecker hat. Je nach Größe der Karte brauchst du einen oder zwei Anschlüsse, - dies lässt sich an der Karte selbst feststellen. Auch hier sind die Pins, bzw. Fassungen wieder so konzipiert, dass ein falsches Anschließen nicht möglich ist.

  8. Wenn die Karte sitzt und angeschlossen ist, stelle deinen PC wieder auf, schließe ein Anzeigegerät an einen Bildanschluss der GPU und den Strom wieder an. Teste ob nun die Bildausgabe - auch ohne korrekte Treiber wird deine Grafikkarte ein Bild ausgeben! Falls dir kein Bild angezeigt wird, überprüfe die Stecker und Anschlüsse von allen Geräten und starte alles nochmal neu.

  9. Wenn deine Grafikkarte ein Bild ausgibt, musst du das neue Stück Hardware noch mit den richtigen Treibern versorgen. Zuvor solltest aber die alten Treiber deinstallieren - diese werden nicht selten bei der Neuinstallation automatisch gelöscht. Gehe dazu bei Windows in die Systemeinstellungen und danach in den Gerätemanager. Dort findest du den Monitor bzw. deine alte GPU. Klicke auf das Symbol und anschließend auf “Treiber entfernen”.

  10. Auf der Internetseite deines Grafikkartenherstellers findest du entsprechende Software - entweder den Download für die GeForce Experience oder die automatische Treibererkennung AMD. Auch Windows 10 kann sich die Treiber selbst installieren. Wir empfehlen jedoch den Weg über den Hersteller. Zusätzlich kannst du bei Custom Karten entsprechende Tools installieren, welche dir detaillierte Informationen zur Karte und weitere Einstellungsmöglichkeiten liefern. Während der erstmaligen Installation wird dein Bild mehrmals flackern - Keine Angst, das ist normal.

  11. Im Idealfall hat Windows oder Linux direkt die richtige Auflösung gewählt. Ansonsten solltest du in den Anzeigeneinstellungen den richtigen Wert auswählen und die Skalierung von Symbolen und Fenstern entsprechend anpassen.

  12. Wenn alles funktioniert, kannst du deinen PC wieder zuschrauben

Herzlichen Glückwunsch! Du hast deine neue Grafikkarte eingebaut und kannst jetzt drauf losspielen.

Anschlüsse und Adapter bei Grafikkarten

Die Anschlüsse einer Grafikkarte im DetailAlle Grafikkarten haben einen DVI-Anschluss. Zusätzlich dazu haben sich HDMI und Displayport als Standards durchgesetzt. Deren Mini-Varianten werden ebenfalls häufig in GPUs verbaut. In der Regel hat deine Grafikkarten also mehr als nur eine Anschlussmöglichkeit und du kannst mehrere Monitore bzw. Fernseher gleichzeitig damit betreiben.

Wenn du das passende Kabel oder den passenden Anschluss am Anzeigegerät nicht hast, lässt sich auch hier mit Adaptern arbeiten. Alle drei Anschlüsse sind größtenteils untereinander kompatibel. Achte aber auf die Mini-Ausführungen und die maximale Bandbreite. Mehr 4K Auflösung mit vollen 60 Bildern pro Sekunde benötigt z.B. HDMI 2.0 oder mindestens Displayport 1.2. Für weitere Informationen zu den Anschlüssen schauen Sie doch einfach in unserem 4K Monitor Vergleich vorbei.

Wer dagegen auf den ganzen Umbau und die Berücksichtigung der Anschlüsse keine Lust hat, kann sich für einen All-In-One-PC oder einen fertigen Gaming PC entscheiden, bei dem die Grafikkarte sogar schon eingebaut ist - bei Bedarf aber auch aufgerüstet werden kann.

Was solltest du beim Kauf einer Grafikkarte beachten?

  • Die beiden größten Grafikkartenhersteller sind Nvidia und AMD. Beide bringen Referenzmodelle auf den Markt, die andere Hersteller dann als Custom Karten mit Anpassungen bei Kühlung, Design und im Zuge dessen auch Leistungsoptimierungen durch Übertaktung verkaufen.

  • Grafikkarten sind hauptsächlich verantwortlich für die Spielefähigkeit und meist auch die Zukunftssicherheit eines Computers.

  • Eine Grafikkarte der Oberklasse lohnt sich hauptsächlich bei 4K-Gaming oder VR

  • Wenn du z.B. eine VR Brille oder Spiele auf einem 4K Monitor in voller Auflösung spielen willst, benötigst du eine entsprechend leistungsfähige GPU. Bedenke jedoch, dass du für das letzte bisschen Leistung verhältnismäßig viel Geld ausgibst. Wenn du nicht unbedingt die neusten Spiele in Ultra HD 4K mit vollen Details spielen willst, ist es besser, eine Mittelklasse-GPU zu kaufen und eher in Full HD oder QHD zu zocken.

  • Bei der Modellauswahl solltest du dich nicht von den vielen Angaben blenden lassen und auf die Modellbezeichnungen vertrauen. In der Regel entsprechen diese der genauen Leistung.

  • Der Einbau bzw. Wechsel einer Grafikkarte ist weniger kompliziert als du vielleicht denkst. Sie werden immer mit 6, 8 oder 12-poligen Stromanschluss verbunden und auf dem Mainboard in den PCIe-Steckplatz platziert.

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